ISO 56001: Der Standard für professionelles Innovationsmanagement

ISO56001_Standard für IMS

Innovation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strukturierter und systematischer Arbeit. Mit der Veröffentlichung der ISO 56001 im Jahr 2024 hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) erstmals einen zertifizierbaren Standard für Innovationsmanagementsysteme geschaffen, der Organisationen einen verbindlichen Rahmen für erfolgreiches Innovationsmanagement bietet.

Warum ist ISO 56001 wichtig?

Analyse

Die Fähigkeit, Innovationen systematisch hervorzubringen, wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Unternehmen müssen sich schneller an Marktveränderungen anpassen und in einem dynamischen Umfeld bestehen können. Die ISO 56001 adressiert genau diese Anforderungen: Sie unterstützt Organisationen dabei, ein ganzheitliches Innovationsmanagementsystem zu etablieren, das Innovation planbar, messbar und nachhaltig erfolgreich macht.

Die Norm liefert nicht nur Anforderungen an Prozesse, Strukturen und Verantwortlichkeiten, sondern gibt Unternehmen auch ein klares Ziel: Wertschöpfung durch Innovationen, die sowohl finanziellen als auch nicht-finanziellen Nutzen für Kunden, Partner und andere Stakeholder schaffen.

Der Aufbau der ISO 56001

ISO 56001 folgt der bewährten High-Level-Structure anderer Managementsystemnormen wie ISO 9001 – Qualitätsmanangement oder ISO 14001 – Umweltmanagement und gliedert sich in die Kernkapitel:

  • Kontext der Organisation: Verstehen des Umfelds und der relevanten Erwartungen, Bestimmen des Innovationsziels und Festlegen des Geltungsbereichs des Innovationsmanagementsystems.

  • Führung: Rolle der obersten Leitung, Festlegung einer Innovationspolitik und -strategie, Schaffung einer innovationsfreundlichen Kultur.

  • Planung: Festlegen von Innovationszielen, Erkennen von Chancen und Risiken, Entwicklung einer Innovations-Roadmap.

  • Unterstützung: Ressourcen, Kompetenzen, Wissen, Infrastruktur und Kommunikation.

  • Betrieb: Praktische Umsetzung der Innovationsaktivitäten – von der Identifikation von Chancen über die Konzeptentwicklung bis hin zur Implementierung.

  • Leistungsbewertung: Messung, Analyse, interne Audits und Managementbewertung zur Sicherstellung der Wirksamkeit des Systems.

  • Verbesserung: Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung des Innovationsmanagementsystems.

Diese klare Struktur ermöglicht es Unternehmen, ihr Innovationsmanagement schrittweise und dennoch systematisch aufzubauen oder bestehende Ansätze weiterzuentwickeln.

Die Grundprinzipien der ISO 56001

Handlungsprinzipien, Händedruck

Die Norm basiert auf acht grundlegenden Prinzipien, die den Erfolg eines Innovationsmanagementsystems sicherstellen:

  1. Wertrealisierung – Fokus auf die Schaffung und Nutzung von Werten durch Innovationen.

  2. Zukunftsorientierte Führung – Führungskräfte, die Mut zeigen und den Status quo infrage stellen.

  3. Strategische Ausrichtung – klare Innovationsziele, die mit der Gesamtstrategie der Organisation verknüpft sind.

  4. Innovationsfreundliche Kultur – Offenheit für Veränderungen, konstruktives Risikomanagement und Zusammenarbeit.

  5. Nutzung von Erkenntnissen – systematisches Sammeln und Verwerten von internen und externen Informationen.

  6. Umgang mit Unsicherheit – iterative Prozesse und Experimente zur Reduzierung von Risiken.

  7. Anpassungsfähigkeit – flexible Strukturen und Prozesse, die auf Veränderungen reagieren können.

  8. Systemansatz – Vernetzung aller Elemente des Innovationsmanagements zur ganzheitlichen Steuerung.

Diese Prinzipien sind mehr als nur Schlagworte: Sie bilden die DNA eines professionellen Innovationsmanagements.

Vorteile der Implementierung

Organisationen, die ein Innovationsmanagementsystem nach ISO 56001 umsetzen, profitieren mehrfach:

  • Höhere Innovationsleistung: Durch strukturierte Prozesse werden Innovationen planbar und erfolgreicher umgesetzt.

  • Reduzierte Unsicherheit: Systematische Bewertung von Risiken und Chancen verringert Fehlentwicklungen.

  • Gestärkte Innovationskultur: Mitarbeiter werden motiviert, kreativ zu denken und Innovation aktiv voranzutreiben.

  • Verbesserte Zusammenarbeit: Klare Strukturen fördern Kooperationen innerhalb und außerhalb der Organisation.

  • Wettbewerbsvorteile: Die Zertifizierung signalisiert Innovationskraft gegenüber Kunden, Partnern und Investoren.

Innovationsmanagement

ISO 56001 als Grundlage für nachhaltigen Erfolg

Die Einführung eines zertifizierbaren Innovationsmanagementsystems nach ISO 56001 ist mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein Bekenntnis zu einem systematischen und nachhaltigen Umgang mit Innovation – und ein wichtiger Schritt, um langfristig erfolgreich zu sein. Die Norm schafft Vertrauen bei Kunden, Partnern und Investoren und bietet Unternehmen ein wertvolles Instrument, um die Zukunft aktiv zu gestalten.

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Über den Autor

Hajo Knoche

FILMFREUND, FUSSBALLER, MITDENKER

Hajo Knoche ist als Geschäftsführer bei innotonic unser Mann im Hintergrund. Er ist mit seiner Geburtsstadt Hannover eng verbunden, denn hier hat er nach dem Abitur auch seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Allianz Versicherungs-AG und sein Studium an der Hochschule Hannover im Bereich Public Relation abgeschlossen. Zudem hat er bei mehreren Versicherungsunternehmen in Hannover gearbeitet und war schon während des Studiums in der Unternehmenskommunikation der VGH Versicherungen, in der Öffentlichkeitsarbeit mit besonderem Fokus auf die interne Kommunikation und Eventmanagement, tätig. Er deckt dadurch eine Vielzahl diverser Themen und Interessen ab. Seit 2018 ist er zudem bei der Innovationseinheit FUTUR X als interdisziplinärer Innovationsnetzwerker angestellt und hat einen starken Fokus auf die Start-up-Szene in Niedersachsen gelegt. Als Geschäftsführer bei innotonic ist er zuständig für die Themenbereiche Strategie, Kommunikation und Vertrieb.

Er ist ein Film- und Serien-Nerd und wünscht sich mehr Zeit zum Zeichnen und Malen. Seine Interessen – neue Ideen, Innovationen, Technik und Fussball –  lassen dafür zu selten Zeit.

kno@innotonic.de

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