Start-up-Förderung ist gut – und ein Armutszeugnis

Startup Förderung - Ein Armutszeugnis

Startup Förderung – Ein Armutszeugnis

Einfach mal machen

Innotonic

Deutschland liebt seine Start-ups. Keine Wirtschaftskonferenz, kein Förderprogramm, kein Regierungsprogramm ohne den Verweis auf Gründergeist, Innovationskultur und die „machen einfach machen“-Mentalität. Das klingt nach Aufbruch – ist aber, wenn man ehrlich hinschaut, vor allem eines: ein Symptom für eine strukturelle Innovationslähmung.

 

Innovationsmanagement trifft Hochtechnologie

Erneuern im Denken

Wir fördern Start-ups, weil wir uns selbst scheinbar das ›Erneuern‹ im Denken abgewöhnt haben.

Was früher in Unternehmen oder vlt. gar Ministerien als Experiment, Vision oder Gestaltungswille stattfand, wird heute ausgelagert an junge Gründerinnen – gerne auch aus Hochschulen –, und die den Mut aufbringen, den andere verloren haben. Und sobald sie ein tragfähiges Modell gefunden haben, treten Business Angels und Investoren auf den Plan – mit dem sicheren Gespür, dass das Risiko nun überschaubar ist.

Ergebnispräsentation

Innovationsfähigkeit ausgelagert

Konventionen und Innovationen

Das ist nicht per se schlecht. Es zeigt aber: Wir haben die Innovationsfähigkeit in Deutschland ausgelagert, privatisiert, ins Boot-Strapping delegiert. Statt systematisch Rahmenbedingungen für radikales Denken in bestehenden Organisationen zu schaffen, möchten wir die wenigen bewundern, die es trotzdem wagen.

Lösung?!

Dabei wäre die Lösung längst da – und liegt, ganz unspektakulär, auf der Straße: ISO 56002 und ISO 56001, der internationale Standardrahmen für Innovationsmanagement.
Der liefert genau das, was uns fehlt: eine gemeinsame Sprache, eine Struktur und eine Verbindlichkeit für Innovation. Keine Checkliste für Kreativität, sondern ein Orientierungssystem, das Innovation als Managementaufgabe, nicht als Zufallsprodukt begreift.

Diese Normen schaffen einen Rahmen, in dem Unternehmen Innovation nicht länger dem Zufall, der Laune eines Visionärs oder der Hoffnung auf Start-ups überlassen, sondern strategisch und kulturell nachhaltig verankern.
Sie fordern Führung, Ressourcen, Prozesse – und vor allem: den Mut, das Unfertige zuzulassen.

Innotonic

Innovation ist kein Einfall. Sie ist eine Haltung – und ein System.

Und solange wir glauben, dass nur Gründerinnen und Gründer sie verkörpern können, bleibt unsere Wirtschaft reaktiv statt kreativ.

Wer also über die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft spricht, sollte weniger über Start-up-Förderung reden – und mehr über die systemische Innovationsfähigkeit bestehender Organisationen.
Denn das wirklich Neue entsteht nicht an der Peripherie, sondern dort, wo Strukturen sich verändern dürfen.

Oder, in aller Kürze:
Start-up-Förderung ist gut.
Systemische Innovationsförderung wäre besser.

Innotonic Akademie

Du möchtest mehr über Innovation wissen und lernen wie ein Innovationsmanagement funktioniert? Dann melde dich jetzt zum Weiterbildungsprogramms von innotonic – der innotonic Akademie – an. Hier lernst du das fluide und schwer fassbare Wesen von Innovation erlebbar zu machen und gestalten zu lernen.

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Über den Autor

Prof. Gunnar Spellmeyer

IDEENGEBER, NACHFRAGER, ENERGIEERZEUGER

Gunnar Spellmeyer kennt als Professor für Industrial Design Entwurf und als Entrepreneurshipcoach die Genese einer Idee hin zu einer Innovation. Und er kennt die Hindernisse, die Hürden in Organisationen für Erfindungen und auch das frühe Scheitern von Innovationen. Mehr als 30 Jahre Erfahrung als Designer, über 20 Jahre Expertise in Forschung und Lehre, mehr als 10 Jahre als Design Thinking Profi: es scheint ihm, als könne ihn nichts mehr überraschen. Und doch begegnet er immer wieder neu und neugierig dem Zauber von Kreation und Innovation.

Seine Arbeiten wurden ausgezeichnet, millionenfach verkauft oder finden sich in einigen Museen wieder. Auch seine partizipatorischen Innovations-Formate im Sinne der Transformation, des Kulturwandels in Unternehmungen oder Organisationen wurden ausgezeichnet. Gunnar ist der kreative Kopf von innotonic, vor und hinter den Kulissen und verantwortlich für die innotonic Akademie.

Gunnar Spellmeyer lebt mit einer Theologin in Wennigsen und hat drei Töchter. Der nahe Deister erinnert ihn an seine Osnabrücker Heimat und ist ›Ladestation‹ nach seinen vielen internationalen Workshops.

hello@innotonic.de

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