Innovationen – Made in Germany

Von Dichtern und Denkern, über “Made in Germany” bis zur Innovationsanalyse

Deutschland stand einmal für die Kultur der Dichter und Denker. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Leider nicht nur zum Positiven. So stand früher die Bezeichnung „Made in Germany“ als Gütesiegel für Qualität, Wertarbeit und Innovation. Doch das war nicht immer so und auch aktuell hat das Label keine Strahlkraft mehr.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts schützten sich britische Unternehmen vor vermeintlich minderwertiger Qualität und Plagiaten aus Deutschland. Dies führte dazu, dass der Ruf der deutschen Waren litt. Auf der Weltausstellung 1876 fällte der Preisrichter Franz Reuleaux ein deutliches Urteil zu deutschen Waren: „Deutsch Waren sind billig und schlecht.“ 1

Am 23. August 1887 beschloss das englische Parlament daher den Merchandise Marks Act 1887, um importierte Waren deutlich zu kennzeichnen.

Doch der Kommentar von Reuleaux löste eine enorme Qualitätsoffensive bei deutschen Produkten aus. Innovativere, verbesserte Herstellungsmethoden führten dazu, dass die Waren schon bald hinsichtlich der Qualität und/oder des Preis-Leistungs-Verhältnisses den jeweiligen britischen Produkten überlegen waren. Das negative gedachte „Made in Germany“ wirkte bald wie ein Gütesiegel. Quasi eine Auszeichnung für die Innovationen aus Deutschland.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde „Made in Germany“ zum Kennzeichen für das deutsche Wirtschaftswunder und in Zeiten der Globalisierung sind die alten „Gütesiegel“ zum Marketinginstrument geworden.

Wie innovativ sind deutsche Unternehmen heute?

Die Boston Consulting Group führt jährlich eine Studie über die innovativsten Unternehmen der Welt durch. Für die Studie werden weltweit über 2.500 Topmanager nach ihrer Wahrnehmung in Sachen Innovation befragt und Innovationskennzahlen der Unternehmen analysiert.

Deutsche Unternehmen spielten dabei bisher eine untergeordnete Rolle. Global Player, wie Apple, Google, Amazon, Microsoft, IBM oder Samsung sind deutschen Firmen deutlich überlegen. Doch im letzten Jahr legten viele deutsche Unternehmen einen enormen Innovationssprung hin, so dass sich insgesamt neun deutsche Firmen in der TOP 50 einen Platz sichern konnten. Den größten Sprung machte der Sportartikelhersteller Adidas. 25 Plätze konnte die Gesellschaft zulegen und belegt in der Studie von 2019 den 10. Platz.

Innovation messen

Die innovativsten Unternehmen im Überblick

2019 2018 Unternehmen Land
1 (2) Alphabet/Google USA
2 (4) Amazon USA
3 (1) Apple USA
4 (3) Microsoft USA
5 (5) Samsung1 Südkorea
6 (13) Netflix USA
7 (8) IBM USA
8 (7) Facebook USA
9 (6) Tesla USA
10 (35) Adidas Deutschland
11 Boeing USA
12 (23) BASF Deutschland
13 T-Mobile² USA
14 (25) Johnson & Johnson USA
15 (43) DowDuPont USA
16 (21) Siemens Deutschland
17 (16) Cisco Systems USA
18 LG Electronics Südkorea
19 Vale Brasilien
20 (26) JPMorgan Chase USA
21 McDonald´s USA
22 (20) Marriott USA
23 (10) Alibaba China
24 (27) Bayer Deutschland
25 (29) AT&T USA
26 (30) Allianz Deutschland
27 (36) BMW Deutschland
28 (42) SAP Deutschland
29 (49) Philips Niederlande
30 Royal Dutch Shell Niederlande
31 (34) AXA Frankreich
32 (22) Unilever Großbritannien
33 Salesforce USA
34 (38) Pfizer USA
35 Stryker USA
36 (32) NTT Docomo Japan
37 (17) Toyota Japan
38 Volkswagen³ Deutschland
39 (41) 3M USA
40 General Motors USA
41 Dell USA
42 Walmart USA
43 eBay USA
44 (15) HP Inc. USA
45 ING Niederlande
46 BP Großbritannien
47 (33) Daimler⁴ Deutschland
48 (46) Huawei China
49 Rio Tinto Großbritannien
50 Hilton USA

 

Quelle: BCG-Studie: The Most Innovative Companies 2019; https://www.bcg.com/de-de/press/06mai2019_PM_InnovativeCompanies_AT ² 1Nur Samsung Electronics ²Nur T Mobilie US, nicht Deutsche Telekom ³inklusive Audi und Porsche 4Inklusive Mercedes Benz

Dass so viele deutsche Vertreter unter den TOP50 sind, zeigt einen Trend der vergangenen Jahre auf. Lukas Haider von der Boston Consulting Group Österreich erklärt., dass „Deutsche Unternehmen erkannt haben, wie sie die Daten ihrer weltweit installierten Geräte, Maschinen und Anlagen richtig nutzen können, um im internationalen Wettbewerb nicht nur Schritt zu halten, sondern sogar aufzuholen.“³ Diese Daten nutzen die Unternehmen als Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle.

„Die im Ranking vertretenen Unternehmen zeichnet aus, dass sie über die reine Produktinnovation hinaus denken. Sie haben alle Kundenschnittstellen im Blick und entwickeln rund um ihr Produkt innovative Dienstleistungen, schaffen neue Prozesse und bauen dort, wo es notwendig ist, Partnerökosysteme auf“, sagt Haider.

Erfolgreiches Innovationsmanagement

Die erfolgreichen Unternehmen der TOP 50 haben die Formel

Innovationen = Wert durch Ideen

bereits verinnerlicht. Ein funktionierendes Innovationsmanagement steigert den Unternehmenswert. Dabei sollte die Innovationskultur durch die Unternehmensführung vorgegeben, an alle Mitarbeitenden kommuniziert und vorgelebt werden. Ermutigen Sie ihre Mitarbeitenden innovativ zu sein und erlauben Sie Fehlschläge!

Steht “Made in Germany” dann jetzt für die innovativen Unternehmen?

Ihr Innovationsmanagement ist nur dann erfolgreich, wenn es alle sieben Dimensionen berücksichtigt – Planung, Führung, Organisationskontext, Verbesserung, Leistungsbewertung, Prozesse und Unterstützung. Doch wie gut ist ihr Innovationsmanagement aufgestellt? Mit einem Team von fünf Experten, mit zusammen 100 Jahren Innovationserfahrung, haben wir auf Basis des neuen freiwilligen Standards ISO 56002 eine unabhängige und wissenschaftlich fundierte Reifegradanalyse für Ihr Innovationsmanagement entwickelt.

Untersuchen Sie ihr Unternehmen und vergleichen Sie sich mit unserer Benchmark im Rahmen einer innotonic Reifegradanalyse. Zeigen Sie uns wie innovativ “Made in Germany” sein kann.

 

Über den Autor

Hajo Knoche

FILMFREUND, FUSSBALLER, MITDENKER

Hajo Knoche ist als Geschäftsführer bei innotonic unser Mann im Hintergrund. Er ist mit seiner Geburtsstadt Hannover eng verbunden, denn hier hat er nach dem Abitur auch seine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Allianz Versicherungs-AG und sein Studium an der Hochschule Hannover im Bereich Public Relation abgeschlossen. Zudem hat er bei mehreren Versicherungsunternehmen in Hannover gearbeitet und war schon während des Studiums in der Unternehmenskommunikation der VGH Versicherungen, in der Öffentlichkeitsarbeit mit besonderem Fokus auf die interne Kommunikation und Eventmanagement, tätig. Er deckt dadurch eine Vielzahl diverser Themen und Interessen ab. Seit 2018 ist er zudem bei der Innovationseinheit FUTUR X als interdisziplinärer Innovationsnetzwerker angestellt und hat einen starken Fokus auf die Start-up-Szene in Niedersachsen gelegt.

Er ist ein Film- und Serien-Nerd und wünscht sich mehr Zeit zum Zeichnen und Malen. Seine Interessen – neue Ideen, Innovationen, Technik und Fussball –  lassen dafür zu selten Zeit.

hello@innotonic.de

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